März 24, 2026 2 min lesen.
Löwenzahntee hat sich vom altmodischen Kräutergetränk zu einem Produkt entwickelt, das in Fachgeschäften regelmässig verkauft wird. Hergestellt aus der getrockneten, gerösteten oder ungerösteten Wurzel von Taraxacum officinale, enthält er unter anderem Inulin, Taraxacin und Polyphenole. Je nach Erntezeit und Verarbeitung unterscheidet sich der Aufguss deutlich in Farbe und Geschmack. Hier sind sechs Seiten dieser Wurzel, die einen genaueren Blick lohnen.
Die geröstete Variante erinnert im Geschmack deutlich an Kaffee — vollmundig und röstig, wenn auch ohne die Bitterkeit von Arabica. Die ungeröstete Wurzel ergibt einen weicheren, krautigen Aufguss, der an Kaffee erinnert, ohne ihn wirklich zu ersetzen.
Inulin ist ein Kohlenhydrat, das die Pflanze in ihrer Wurzel als Vorrat anlegt. Bitterstoffe geben dem Aufguss seine herbe, leicht erdige Note. Wie viel Inulin in der Wurzel steckt, hängt vor allem von der Erntezeit ab.
Cichoriensäure und Chlorogensäure gehören zu den Polyphenolen, die in der Wurzel vorkommen. Chlorogensäure steckt auch im Kaffee — eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Getränke.
Die Wurzel wird meist im Herbst oder im frühen Frühjahr gegraben, wenn sie am kräftigsten ist. Danach wird sie gewaschen, geschnitten und schonend getrocknet. Für die geröstete Variante folgt ein zusätzlicher Röstgang, der die dunkle Farbe und das Kaffeearoma bringt.
Taraxasterol ist ein Pflanzenstoff, der nach der Gattung Taraxacum benannt ist. Zusammen mit den Polyphenolen gehört er zu den typischen Inhaltsstoffen der Wurzel.
Nicht nur die Wurzel ist essbar: Junge Blätter landen im Frühjahr im Salat, die Blüten in Sirup und Gelee. Die Wurzel selbst wird vor allem geröstet als Getränk verwendet. Lange war sie in Europa ein beliebter Kaffeeersatz.
Löwenzahn wächst fast überall in Europa und gehört seit Jahrhunderten zur ländlichen Küche. Sein Name verweist auf die tief gezackten Blätter, die an Löwenzähne erinnern. Der botanische Gattungsname Taraxacum ist ebenfalls alt und wird meist auf arabische oder persische Wurzeln zurückgeführt.
Getrocknete Wurzel: 1–2 Teelöffel in 250 ml Wasser 15–20 Minuten köcheln lassen (Dekokt-Methode). Geröstetes Granulat: in 90–95 °C heissem Wasser 5–10 Minuten ziehen lassen. Wer es kräftiger mag, lässt die Wurzel einfach etwas länger ziehen.
Welche Variante man wählt, hängt davon ab, was man sucht: Geröstete Wurzel ergibt ein vollständiges Geschmacksprofil nah an Kaffee. Ungeröstete Wurzel ergibt einen weichen Kräuteraufguss — erinnert an Kaffee, ist aber sanfter. Ich empfehle die geröstete Variante als Kaffeeersatz am Morgen, die ungeröstete eher als Abendtee.
Wer weitere traditionelle Kräutertees schätzt, findet bei Valley of Tea auch Deutschen Kamillentee und Grünen Rooibos — beide ebenfalls mild und rund im Geschmack. Als kontrastreicher Begleiter eignen sich unser Earl Grey oder der Genmaicha.
Hinweis: Löwenzahn gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae). Bei einer Allergie gegen Korbblütler bitte meiden.
Wouter Gryson is the founder of Valley of Tea. He has imported, tasted and sold single-origin teas, herbs and spices for more than 15 years, working directly with growers around the world.
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